Google Ads, Meta Ads – und jetzt auch ChatGPT Ads?
Seit August 2026 ist Werbung in ChatGPT auch in Österreich verfügbar. Damit entsteht für Unternehmen ein neuer Werbekanal, der sich deutlich von klassischer Suchmaschinen- oder Social-Media-Werbung unterscheidet.
Denn ChatGPT wird von vielen Menschen nicht nur genutzt, um Informationen zu suchen. Nutzer lassen sich beraten, vergleichen Anbieter, recherchieren Produkte und versuchen, konkrete Entscheidungen zu treffen.
Genau in diesem Moment können mittlerweile auch bezahlte Anzeigen in ChatGPT erscheinen.
Für Unternehmen stellt sich daher eine spannende Frage:
Sind ChatGPT Ads das nächste Google Ads – und lohnt es sich, bereits jetzt einzusteigen?
Wir haben uns angesehen, wie die Werbung funktioniert, was sie kostet und für welche Unternehmen der neue Kanal interessant sein könnte.
Gibt es Werbung in ChatGPT schon?
OpenAI startete Anfang 2026 zunächst mit Werbetests in den USA. Danach folgten weitere Länder. Seit 24. August 2026 wurde ChatGPT Ads auf 31 europäische Märkte ausgeweitet – darunter auch Österreich, Deutschland, Frankreich und Spanien.
Seit Ende August steht außerdem der OpenAI Ads Manager in diesen Märkten als Self-Service-Lösung zur Verfügung. Unternehmen können damit selbst Werbekonten anlegen und Kampagnen erstellen.
Damit ist ChatGPT Ads kein Zukunftsszenario mehr, sondern ein real buchbarer Werbekanal.
Und genau deshalb finden wir den Zeitpunkt besonders spannend.
Google Ads und Meta Ads sind längst etablierte Werbeplattformen. Bei ChatGPT befindet sich der Markt dagegen noch in einer sehr frühen Phase. Wie sich Preise, Konkurrenz und Performance langfristig entwickeln, lässt sich noch nicht seriös vorhersagen.
Unternehmen können aber bereits jetzt erste Erfahrungen und Daten sammeln.
Wie sehen Anzeigen in ChatGPT aus?
ChatGPT Ads werden nicht einfach in die Antworten von ChatGPT eingebaut.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Die organische Antwort von ChatGPT und die bezahlte Werbung sind technisch und optisch voneinander getrennt. Anzeigen können unterhalb einer Antwort eingeblendet werden und werden deutlich als gesponserte Inhalte gekennzeichnet.
Eine Anzeige kann beispielsweise enthalten:
- Unternehmensname
- Logo beziehungsweise Favicon
- Überschrift
- Beschreibung
- Bild
- Link zur Landingpage
Die zentrale Besonderheit liegt allerdings weniger im Anzeigenformat als darin, wann eine Anzeige ausgespielt wird.
So sieht eine ChaptGPT Ad im Chat aus.
ChatGPT Ads funktionieren anders als klassische Google Ads
Bei Google Ads denken viele Unternehmen zunächst in Keywords:
„Welche Suchbegriffe gibt jemand bei Google ein?“
Bei ChatGPT ist diese Logik deutlich komplexer.
OpenAI berücksichtigt für die Auslieferung unter anderem:
- den Kontext einer aktuellen Unterhaltung,
- die erkennbare Absicht des Nutzers,
- die Landingpage des Werbetreibenden,
- Titel und Inhalt der Anzeige,
- sogenannte Context Hints des Werbetreibenden,
- gegebenenfalls zusätzliche Personalisierungssignale.
Unternehmen können ChatGPT zwar Themen, Keywords und typische Situationen nennen, in denen ihr Angebot relevant sein könnte.
Diese sogenannten Context Hints sind jedoch keine klassischen Exact-Match-Keywords.
OpenAI entscheidet letztlich selbst, ob eine Anzeige zur jeweiligen Unterhaltung passt.
Ein einfaches Beispiel
Ein Nutzer könnte ChatGPT fragen:
„Wir sind ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitern und suchen eine neue Zeiterfassungssoftware. Wichtig wäre, dass Außendienstmitarbeiter ihre Zeiten mobil erfassen können.“
Bei Google müsste der Nutzer vielleicht nach Begriffen wie
„Zeiterfassung Außendienst Software“
suchen.
ChatGPT kann dagegen den gesamten Kontext der Anfrage verstehen.
Genau darin liegt das Potenzial dieses neuen Werbekanals.
Warum ChatGPT Ads für Unternehmen interessant werden könnten
Der entscheidende Vorteil ist aus unserer Sicht nicht unbedingt die Reichweite.
Es ist der Zeitpunkt der Werbung.
Viele Menschen nutzen ChatGPT genau dann, wenn sie ein Problem lösen wollen:
- „Welche Software passt zu meinem Unternehmen?“
- „Welche Agentur kann meine Website neu machen?“
- „Welches CRM ist für 20 Mitarbeiter geeignet?“
- „Was muss ich bei einer Photovoltaikanlage beachten?“
- „Welches Hotel eignet sich für eine Geschäftsreise nach Wien?“
In solchen Situationen besteht häufig bereits ein konkretes Informations- oder Kaufinteresse.
Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder ChatGPT-Nutzer automatisch zu einem Kunden wird.
Aber die Werbung kann in einem Moment erscheinen, in dem sich jemand bereits aktiv mit einem Problem oder einer Entscheidung beschäftigt.
OpenAI selbst beschreibt ChatGPT Ads deshalb als Möglichkeit, Menschen während Recherche, Vergleich und Entscheidungsfindung zu erreichen.
Wer sieht Werbung in ChatGPT?
Werbung kann derzeit bei Nutzern der Tarife Free und Go erscheinen.
ChatGPT Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Außerdem zeigt OpenAI keine Werbung für Konten, die Personen unter 18 Jahren zugeordnet werden.
Zusätzlich gibt es für Free-Nutzer inzwischen eine werbefreie Variante mit stärker eingeschränkten Nutzungslimits.
Datenschutz: Können Werbetreibende meine ChatGPT-Unterhaltungen sehen?
Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf die Chatverläufe, Memories oder persönlichen Daten der Nutzer.
OpenAI stellt ausdrücklich klar, dass Gespräche nicht an Werbetreibende weitergegeben und Nutzerdaten nicht an Werbetreibende verkauft werden.
Werbetreibende erhalten grundsätzlich aggregierte Leistungsdaten wie beispielsweise:
- Impressionen
- Klicks
- Werbekosten
- Conversions
Die Auswahl einer Anzeige kann trotzdem auf dem Kontext des aktuellen Gesprächs basieren.
Dieser Kontext bleibt jedoch innerhalb der Systeme von OpenAI.
Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum gelten darüber hinaus besondere Einschränkungen bei personalisierter Werbung. OpenAI weist aktuell darauf hin, dass personalisierte Anzeigen im EWR und in der Schweiz zunächst nicht verfügbar sind.
Was kosten ChatGPT Ads?
ChatGPT Ads funktionieren ebenfalls über ein Auktionssystem.
Aktuell stehen unter anderem Abrechnungsmodelle nach CPC und CPM zur Verfügung.
- CPC – Cost per Click
Dabei bezahlt das Unternehmen für einen gültigen Klick auf die Anzeige.
OpenAI empfiehlt für CPC-Kampagnen derzeit ein maximales Startgebot von ungefähr
3 bis 5 US-Dollar pro Klick.
Wichtig:
Das ist kein fixer Klickpreis.
Unternehmen legen ein maximales Gebot fest. Die tatsächliche Auslieferung erfolgt über eine relevanzgewichtete Zweitpreisauktion.
Neben dem Gebot spielt also auch die Relevanz der Anzeige eine Rolle.
- CPM – Cost per Mille
Alternativ können Unternehmen Kampagnen nach Impressionen buchen und pro 1.000 Einblendungen bezahlen.
Das eignet sich insbesondere für Reichweiten- und Awareness-Ziele.
Den im E-Paper genannten pauschalen Wert von ungefähr 60 US-Dollar CPM würde ich dagegen nicht in den Artikel übernehmen.
OpenAI dokumentiert aktuell keinen allgemein gültigen Standardpreis von 60 US-Dollar CPM.
Neu: ChatGPT kann bereits auf Conversions optimieren
Interessant ist, wie schnell OpenAI den Ads Manager weiterentwickelt.
Neben klassischen Reichweiten- und Klickkampagnen gibt es mittlerweile auch conversion-optimierte CPC-Kampagnen.
OpenAI unterscheidet derzeit unter anderem:
- CPM: Reichweite und Sichtbarkeit
- CPC: Klicks und Website-Traffic
- oCPC: Optimierung auf gewünschte Aktionen nach dem Klick
Damit nähert sich der Funktionsumfang bereits stärker etablierten Performance-Marketing-Plattformen an.
Können Conversions von ChatGPT Ads gemessen werden?
Dieser Punkt ist für uns als Performance-Marketing-Agentur besonders wichtig. Nur Klickzahlen alleine sagen schließlich wenig darüber aus, ob eine Kampagne tatsächlich funktioniert.
OpenAI bietet mittlerweile eine eigene Conversion-Messung an.
Unternehmen können beispielsweise erfassen, ob ein Nutzer nach einem Anzeigenklick:
- ein Kontaktformular absendet,
- eine Registrierung durchführt,
- einen Kauf abschließt,
- oder eine andere definierte Conversion ausführt.
Dafür stehen aktuell unter anderem der OpenAI Pixel sowie eine Conversions API zur Verfügung.
Zusätzlich können klassische UTM-Parameter verwendet werden, um Zugriffe beispielsweise in bestehenden Analytics-Systemen auszuwerten.
ChatGPT Ads für Onlineshops
Auch für E-Commerce-Unternehmen entwickelt OpenAI mittlerweile eigene Möglichkeiten.
Onlineshops können Produktfeeds in den Ads Manager importieren.
Aus diesen Daten können anschließend Produktanzeigen erstellt werden.
Dabei können beispielsweise folgende Informationen dargestellt werden:
- Produktbild
- Produktname
- Preis
- Angebotspreis
- Bewertung
- Marke
Interessant: OpenAI berichtet selbst, dass Anzeigen auf Basis von Produktfeeds bislang zu den besonders starken Formaten innerhalb des Werbeprogramms gehören.
Und was ist mit interaktiven ChatGPT Ads?
OpenAI experimentiert rund um Werbung und Conversational Commerce kontinuierlich mit neuen Möglichkeiten. In der aktuellen offiziellen Dokumentation des Ads Managers sind klassische Anzeigen und Produktfeed-Kampagnen jedoch deutlich konkreter dokumentiert.
Für welche Unternehmen könnten ChatGPT Ads interessant sein?
Unsere Einschätzung:
Besonders spannend dürfte ChatGPT Ads für Unternehmen sein, deren Produkte oder Dienstleistungen erklärt, verglichen oder recherchiert werden.
Beispiele sind:
- B2B-Produkte und Software
Software, ERP-Systeme, CRM-Lösungen, Zeiterfassung, IT-Dienstleistungen oder andere komplexere Produkte werden selten spontan gekauft.
Menschen recherchieren vorher intensiv. Genau hier kann ChatGPT interessant werden.
- Beratungsintensive Dienstleistungen
Unternehmensberatung, Marketing, Immobilien, Weiterbildung oder spezialisierte Dienstleistungen können ebenfalls profitieren.
- Höherpreisige Produkte
Je höher der Kaufpreis, desto intensiver ist meistens die Recherche. Dazu zählen beispielsweise technische Produkte, Fahrzeuge oder hochwertige Ausstattung.
- E-Commerce
Besonders Händler mit größeren Sortimenten können die neuen Produktfeed-Kampagnen testen.
- Tourismus und Reisen
Auch Reiseentscheidungen entstehen häufig aus ausführlicher Recherche und Vergleichen.
Für wen sind ChatGPT Ads eher weniger interessant?
Nicht jeder Werbekanal eignet sich für jedes Unternehmen.
Produkte, die fast ausschließlich über Emotion und visuelle Inspiration verkauft werden, können beispielsweise weiterhin deutlich besser zu Instagram, Facebook oder TikTok passen.
Ebenso muss berücksichtigt werden, dass ChatGPT Ads derzeit noch ein relativ junger Werbekanal sind.
Die Reichweite und Datenbasis sind daher noch nicht mit Google oder Meta vergleichbar.
ChatGPT Ads ersetzen Google Ads nicht
Das ist uns besonders wichtig.
Wir würden aktuell keinem Unternehmen empfehlen:
„Stoppt Google Ads und steckt alles in ChatGPT.“
Google bleibt bei klassischer Suchintention extrem stark.
Wer beispielsweise
„Installateur Linz“
googelt, signalisiert unmittelbar:
Ich suche jetzt einen Installateur.
ChatGPT funktioniert anders.
Hier entstehen häufig längere Recherche- und Entscheidungsprozesse.
Deshalb sehen wir ChatGPT Ads derzeit eher als zusätzlichen Performance-Kanal.
Eine sinnvolle Strategie könnte beispielsweise sein:
Google Ads für konkrete Suchanfragen.
Meta Ads für Aufmerksamkeit, Emotion und Reichweite.
ChatGPT Ads für Recherche- und Entscheidungssituationen.
SEO, GEO und ChatGPT Ads gehören zusammen
Noch spannender wird das Thema, wenn man Werbung und organische Sichtbarkeit gemeinsam betrachtet.
Denn Unternehmen können in ChatGPT grundsätzlich auf zwei völlig unterschiedlichen Wegen sichtbar werden:
organisch durch GEO – Generative Engine Optimization
und
bezahlt durch ChatGPT Ads.
GEO beschäftigt sich damit, Websites und Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Systeme ein Unternehmen, seine Leistungen und seine Expertise möglichst gut verstehen und als Informationsquelle berücksichtigen können.
ChatGPT Ads ermöglichen dagegen zusätzliche bezahlte Sichtbarkeit.
Ähnlich wie bei Google sollte langfristig deshalb nicht die Frage lauten:
SEO oder Google Ads?
beziehungsweise künftig:
GEO oder ChatGPT Ads?
Die erfolgreichere Strategie ist oft die Kombination.
Ein wichtiger Unterschied zu Google Ads: Landingpages werden noch wichtiger
OpenAI berücksichtigt für die Anzeigenrelevanz nicht nur den Anzeigentext, sondern auch die dazugehörige Landingpage.
Das bedeutet:
Eine gute Anzeige alleine wird vermutlich nicht reichen.
Landingpage, Angebot und Botschaft müssen sehr klar zusammenpassen.
Wir prüfen deshalb vor einer ChatGPT-Ads-Kampagne insbesondere prüfen:
- Ist sofort verständlich, was angeboten wird?
- Für welche Zielgruppe ist das Angebot gedacht?
- Welches Problem wird gelöst?
- Warum sollte sich ein Interessent für dieses Unternehmen entscheiden?
- Gibt es einen klaren nächsten Schritt?
- Ist Conversion Tracking sauber eingerichtet?
Genau hier greifen Webdesign, Conversion-Optimierung, GEO und Performance Marketing ineinander.
Lohnt es sich, 2026 bereits mit ChatGPT Ads zu starten?
Für manche Unternehmen: definitiv einen Test wert.
Aber nicht, weil wir versprechen würden, dass ChatGPT Ads automatisch günstiger oder besser funktionieren als Google oder Meta.
Dafür ist der Werbekanal schlicht noch zu jung.
Interessant ist vielmehr der Zeitpunkt.
Unternehmen können jetzt Erfahrungen sammeln, während sich Plattform, Werbeformate und Wettbewerb erst entwickeln.
Wer bereits heute testet, weiß möglicherweise in einigen Monaten deutlich besser:
Welche Botschaften funktionieren?
Welche Zielgruppen reagieren?
Welche Gesprächskontexte führen zu Klicks?
Und vor allem:
Entstehen daraus tatsächlich Anfragen oder Verkäufe?
Genau darauf sollte es letztendlich ankommen.
Unser Fazit: ChatGPT wird auch als Werbekanal relevant
ChatGPT Ads sind kein theoretisches Zukunftsthema mehr.
Unternehmen in Österreich können den Werbekanal mittlerweile nutzen.
Noch befindet sich das gesamte Ökosystem in einer frühen Phase. Preise, Formate, Möglichkeiten und Wettbewerb werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit weiterentwickeln.
Aber eines zeichnet sich bereits ab:
Online-Marketing wird um einen neuen Kanal erweitert.
Neben Google, Meta, LinkedIn und anderen Plattformen entsteht Werbung direkt innerhalb KI-gestützter Recherche- und Entscheidungsprozesse.
Für Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten, Dienstleistungen oder E-Commerce-Angeboten kann es sich deshalb lohnen, ChatGPT Ads bereits jetzt genauer unter die Lupe zu nehmen.
Du möchtest wissen, ob ChatGPT Ads auch für dein Unternehmen interessant sind?
Wir unterstützen dich bei der Einschätzung, Strategie, Landingpage, Tracking und Umsetzung – und sagen dir auch ehrlich, wenn Google Ads, Meta Ads oder ein anderer Kanal für dein Unternehmen derzeit mehr Sinn macht.
